Corporate 

MAN Truck & Bus Österreich AG

Geschäftsentwicklung 2012: Solides Ergebnis trotz Kaufzurückhaltung und verschärftem Wettbewerb | MTBÖ bleibt verlässlicher Arbeitgeber - Standortsicherungsvertrag für die nächsten 2 Jahre | Änderung im Vorstand mit 1. Mai 2013

von links - Dkfm Robert Reitinger, DDr Karl Heinz Rauscher, Dr Marc- Sesterhenn

  • Geschäftsjahr 2012: Trotz Kaufzurückhaltung und verschärftem Wettbewerb solides Ergebnis
  • MAN bleibt verlässlicher Arbeitgeber
  • Veränderung im Vorstand der MTBÖ

Die MAN Gruppe schloss das Geschäftsjahr 2012 trotz andauernder Nutzfahrzeugflaute mit einem soliden operativen Ergebnis ab, wobei hier vor allem das Geschäftsfeld Power Engineering stabilisierend wirkte, während das Geschäftsfeld Commercial Vehicles einen klaren Rückgang verzeichnen musste. Vor allem die europäische Schuldenkrise und die Einführung des Euro V-Emissionsstandards in Brasilien haben zu einer spürbaren Verun-sicherung auf den für MAN wichtigen Märkten geführt. Kaufzurückhaltung und ein verschärfter Wettbewerb waren die Folge.

Die MAN Truck & Bus Österreich AG (MTBÖ) hat im Jahr 2012 im Werk Steyr einen Umsatz von rund 1,12 Milliarden Euro erzielt. Dieser Wert liegt leicht unter dem Niveau des Vorjahres (rund 1,24 Milliarden Euro), was wiederum mit den auch etwas zurückgegangenen Stückzahlen korrespon-diert. Konkret liefen am Standort in Oberösterreich 32.598 Fahrerhäuser aller Baureihen (2011: 33.460) und 16.820 Lkw der leichten und mittelschweren Baureihe (2011: 19.816) vom Band. Auch das in den letzten Jahren durch-wegs sehr positive Ersatzteilgeschäft zeigte im abgelaufenen Geschäftsjahr eine leicht schwächere Tendenz.

Alles in allem wurde ein Ergebnis vor Steuern von rund 102 Millionen Euro erreicht, das angesichts des schwierigen Umfeldes speziell für diese Fahrzeugklasse als durchaus gut gesehen wird.

Der Ausblick für das kommende Jahr ist verhalten optimistisch. Insbe-sondere rechnen wir mit einem leichten Anstieg der Lkw-Produktion.

An der Umsetzung der Vision, den Standort Steyr zu Europas bestem Hersteller für leichte und mittelschwere Lkw im Hinblick auf Produkt, Qualität und Effizienz zu entwickeln, wurde konsequent weitergearbeitet. Durch signifikante Qualitätssteigerungen konnte der Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb ausgebaut werden. Die Arbeitsorganisation der teilautonomen Teamarbeit und diverse Regelkreisprinzipien wurden weiter ausgerollt. In die Modernisierung des Werkes Steyr flossen zur Schaffung von Helligkeit, Transparenz, Sauberkeit, Ergonomie und Sicherheit – wie beispielsweise die Umsetzung eines Reinraumkonzeptes in der Lackierung – Mittel in Höhe von knapp 20 Millionen Euro.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Serienvorbereitungs-Phase von Euro 6 (sowohl in der Motorkonstruktion als auch im Fahrzeugbau) ist der Grundstein für eine neue, noch umweltfreundlichere und gleichsam effiziente Fahrzeuggeneration gelegt.

Standortsicherungsvertrag für die nächsten 2 Jahre fix

Die zweite Jahreshälfte 2012 war vor allem auch stark geprägt von den Verhandlungen für einen zukunftsweisenden Standortsicherungsvertrag, der als ein wesentliches Element auch ein neues, flexibles Arbeitszeitmodell beinhaltet.

„Mit dem neuen Standortsicherungsvertrag haben wir eine belastbare Grundlage geschaffen, damit Unternehmensleitung und Belegschaft in den kommenden Jahren gemeinsam an einem Strang ziehen können“, so DI Gerhard Klein, Vorstand MAN Truck & Bus Österreich AG. „Auf der einen Seite verpflichtet sich unser Unternehmen, in den nächsten zwei Jahren jeweils einen zweistelligen Millionenbetrag hier zu investieren und damit die Fertigung der leichten und mittleren Lkw-Reihe sowie von Fahrerhäusern am Standort abzusichern. Das Unternehmen verzichtet auf betriebsbedingte Kündigungen bei der Stammbelegschaft. Rund 2.500 Arbeitsplätze im Werk Steyr sind in den nächsten zwei Jahren auf diese Weise gesichert. Auf der anderen Seite haben wir flexiblere Arbeitszeiten vereinbart, die uns helfen, Auftragsschwankungen von bis zu zwanzig Prozent nach oben und nach unten abzufedern und damit auch die Herstellkosten zu senken. Darüberhinaus wollen wir mit einer neuen Gleitzeitvereinbarung für die Angestellten die Überstunden reduzieren.“

Der Standortsicherungsvertrag wurde fix für zwei Jahre abgeschlossen, danach ist eine automatische Verlängerung auf bis zu fünf Jahren vorgesehen, wenn keine Seite aktiv kündigt.

Flexibles Arbeitszeitmodell sichert Wettbewerbsvorteile

Das Marktverhalten hat sich nachhaltig verändert. Erschwerend zu den Schwankungen bei den Bestellungen der Kunden sind die zugleich aus Wettbewerbsgründen erforderlichen kurzen Lieferzeiten. Um das alles ausgleichen zu können und dennoch für die Produktionsabläufe einen konstanten Takt beibehalten zu können, ist das neue Arbeitszeitmodell ein wichtiges Instrument im Flexibilitätsbaukasten. Es ermöglicht, sich mit der erforderlichen Reaktionsgeschwindigkeit und interner Stabilität auf den Markt einzustellen. „Wir sorgen damit bei unseren Kunden für verlässliche Lieferzeiten als Voraussetzung dafür, dass sie wiederkommen und das sichert unseren Standort und die Arbeitsplätze“, erläutert Klein.

Jeweils am Freitag entfällt die Spätschicht, die Arbeitszeit wird anteilig verteilt und kann künftig zum Abarbeiten von Auftragsspitzen eingesetzt werden. Jeder Mitarbeiter verfügt über ein persönliches Arbeitszeitkonto, um die auftretenden Schwankungen abbilden zu können. So ist sichergestellt, dass in Zeiten niedriger Auftragseingänge vorhandene Zeitguthaben für die Arbeitsplatzsicherung genutzt werden können und dass das Einkommen, unabhängig vom Auslastungsgrad, stabil bleibt.

Das neue Arbeitszeitmodell verbessert nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern bringt auch den Mitarbeitern Vorteile. Es wird mehr lange Wochenenden mit einem durchgehenden Freizeitblock von Freitag bis Sonntag geben, die Belastung wird durch weniger zweite Schichten verringert und für die Pendler bringt das Zeit- und Kostenersparnis.

„Wir haben bereits in den vergangenen Jahren konsequent an Prozess-optimierungen gearbeitet, etwa durch die Einführung der teilautonomen Teamarbeit und die Intensivierung der Workshopkultur in unserem Unternehmen“, erklärt Klein. „Das wollen wir weiter ausbauen. Bei der Produktqualität konnten wir in den letzten Jahren den Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb deutlich ausbauen. Beim Thema Herstellkosten sind wir derzeit noch nicht auf einem der vorderen Plätze. Mit einem neuen Leistungsbemessungssystem schaffen wir eine gleichmäßigere Auslastung unserer MitarbeiterInnen. Die Lohnfindung wurde von der Leistungs-bemessung getrennt und die Löhne der MitarbeiterInnen werden, ähnlich wie bei den Angestellten, verstetigt ausbezahlt. Die durch die Neutaktung verbesserten Prozesse werden ebenfalls zu kosteneffizienteren, wett-bewerbsfähigeren Herstellkosten führen.“

Vorstandswechsel bei MTBÖ

Der Vorstandvorsitzende der MAN Truck & Bus Österreich AG, Herr

DI Gerhard Klein, wird mit 1. Mai 2013 zur MAN Truck & Bus AG nach München wechseln, um dort den neu geschaffenen Bereich Produktion Central Division aufzubauen.

In diesem neuen Bereich werden künftig die Aktivitäten Markenplanung MAN, Zentrallogistik, Serienreifmachung, Produktions-IT, die Produktions-tätigkeiten im Ausland sowie der Sonderfahrzeugbau gebündelt.

Somit scheidet DI Klein aus dem Vorstand der MTBÖ aus, legt ebenso den Aufsichtsratsvorsitz der LKW Komponenten s.r.o. (Banovce) nieder und scheidet als Geschäftsführer der MAN Nutzfahrzeuge Immobilien GesmbH aus.

Für die Neubesetzung des Vorstandes wurde eine Lösung gefunden, die neben Qualifikation auch ein hohes Maß an Konstanz im Führungsbereich sicherstellt.

Herr DDr. Karl-Heinz Rauscher wird neben seiner Funktion als Personalvorstand die Sprecherfunktion des Vorstandes der MTBÖ übernehmen

Herr Dkfm. Robert Reitinger bleibt auch in Zukunft Finanzvorstand.

Herr Dr. Marc Sesterhenn rückt als Werkleiter Steyr in den Vorstand und wird auch die technische Führung von Werk II Banovce übernehmen.

Somit wird das Unternehmen weiterhin von drei Vorständen geleitet.