Technologie 

Drahtseilakt in 500 Meter Tiefe

Zerlegt, verpackt, hinabgelassen und tief unter der Erde wieder zusammengebaut – ein Abrollkipper mit HydroDrive von MAN kommt im Salzbergwerk Bernburg zum Einsatz. Ein echtes Abenteuer für die Monteure.

Abrollkipper mit HydroDrive von MAN im Salzbergwerk Bernburg

Die Eisentür rastet ein, und der Aufzug braust hinab, 100, 200, 300 Meter unter die Erde. In 500 Meter Tiefe angekommen, befindet man sich in einer anderen Welt: Neonlicht erhellt ein Labyrinth aus Stollen und Tunneln, deren Wände glitzern, und der erfrischende Geruch von Salz liegt in der Luft. Aus einem der Tunnel kommt ein Lkw mit gelbem Kipper-Aufbau gefahren, er transportiert Sprengstoff. Seit Kurzem verrichtet das Fahrzeug hier im Salzbergwerk in Bernburg an der Saale in Ostdeutschland Tag für Tag seinen Dienst. Doch bevor es unter Tage zum Einsatz kommen konnte, musste es erst Stück für Stück in seine Einzelteile zerlegt und hinabgelassen werden.

Das LKW-Chassis wird in das Salzbergwerk hinabgelassen

Drei Versuche, bis es klappt

„Den Lkw hier herunterzukriegen war ein echtes Abenteuer“, erzählt Uwe Müller, Betriebsleiter von Gress + Zapp, Servicepartner von MAN. „Allein das Auseinandernehmen dauerte eine Woche. Drei meiner Monteure waren Tag für Tag damit beschäftigt.“
Die Männer wickelten jedes Teil ein und verstauten es in Kisten. „Die einzelnen Teile dann am Haken nach unten zu lassen ging ohne Probleme“, sagt Müller. „Aber eine echte Herausforderung waren die Fahrerkabine, der Aufbau und vor allem das Chassis. Es ist mehr als acht Meter lang und nur um ganz wenige Zentimeter kleiner als der Transportschacht. Wir haben immer wieder den richtigen Winkel gesucht, damit es nicht aneckte und verkantete. Erst beim dritten Versuch hat es geklappt. Wir waren alle froh, als das Chassis heil unten angekommen war.“

Einsatz im Salz

Unten im Bergwerk dauerte es noch einmal zwei Wochen, bis der Truck zusammengebaut und startklar war für den ersten Einsatz. „Für uns ist es viel günstiger, MAN-Fahrzeuge umzurüsten, als spezielle, für uns gebaute Bergwerksgeräte zu kaufen“, sagt Volker Grzeschuchna. Er leitet die M+E-Technik der European Salt Company (Esco) unter Tage, überwacht die Technik, kontrolliert die Fuhrparks, die Werkstätten und die Lkw. Diese sind speziell ausgerüstet für die Arbeit in den Stollen. Die Fahrerkabinen haben eine gefilterte Belüftungsanlage bekommen und ein automatisches Feuerlöschsystem. Außerdem sind die Dreiachs-Abrollkipper, die im Bergwerk Ersatzteile und Sprengstoff transportieren, mit dem HydroDrive-System von MAN ausgestattet: damit ist bei Bedarf eine zusätzliche Traktion an der Vorderachse möglich. Wichtig für den Einsatz unter der Erde, wo der Boden manchmal holprig ist oder die Wege mit Wasser behandelt wurden, spiegelglatt wie ein zugefrorener See. Außerdem ist der HydroDrive-Lkw niedriger gebaut als konventionelle Allradfahrzeuge, das ist in den niedrigen Gängen unter Tage von Vorteil. Grzeschuchna ist zufrieden. Das Geschäft läuft, weitere Anschaffungen sind geplant. „Der MAN-Kipper bewährt sich in der Testphase sehr gut. Wir wollen dieses Jahr noch mehr Fahrzeuge bestellen.“ Auch diese müssen dann die Reise ins Innere der Erde antreten.

Den spektakulären Weg des Kippers unter die Erde zeigt das Video:

Bilder und Video © Jörg Gläscher

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