Sport 

Mit MAN auf der Zielgeraden

Wie DTM-Rennwagen zur Rennstrecke kommen? Mit TGX-Trucks von MAN. Zumindest die Autos des Allgäuer DTM-Rennstalls Audi Sport Team ABT Sportsline. Wir haben den Transport von der Werkshalle nach Hockenheim begleitet.

MAN TGX 18.480 auf der Zielgeraden in Hockenheim
Aufsitzputzmaschine in der Werkstatt von ABT Sportsline

Florian Pewlinski geht in seine nächste Runde. Sein blauer Floortec R 670 B liegt satt auf dem glatten, anthrazitfarbenen Untergrund. In konzentrischen Kreisen absolviert er Runde um Runde in der gewaltigen Halle des Allgäuer DTM-Teams ABT Sportsline. Testfahrten? Training? Mitnichten. Pewlinski, Mechaniker im Team von DTM-Rennfahrer Miguel Molina, sitzt auf einer Kehrmaschine und reinigt die Werkstatt. Wobei die herkömmliche Vorstellung von Autowerkstatt angesichts der Ordnung in der hellen, geräumigen Halle ins Wanken gerät. Sechs bunte und auf Hochglanz polierte DTM-Rennwagen vom Typ Audi RS 5 DTM stehen wie in einem Automobilmuseum einwandfrei geparkt nebeneinander.

Logistische Mammutaufgabe

Sauberkeit ist ein wichtiger Faktor bei der DTM. „Kein Team würde je mit einem schmutzigen Auto, einem nicht gewaschenen Truck auftauchen“, erklärt Johannes Riedmüller, Fuhrpark- und Logistikchef des Audi Sport Team ABT Sportsline.

Riedmüller ist dafür zuständig, dass das Material aus der Werkstatt in Kempten an die Rennstrecke kommt – vom Schraubenzieher über Ersatzteile und Reifen bis hin zu den Autos. „In der Boxengasse brauchen wir komplett ausgestattete Werkstätten.“ Bei dieser logistischen Mammutaufgabe verlässt er sich auf seine Mitarbeiter, seine zehnjährige Erfahrung – und auf die Lkw von MAN.

Vier silbergraue MAN TGX 18.480 stehen bereit

In der DTM, der Deutschen Tourenwagen Masters, kämpfen drei Automobilhersteller – Audi, BMW und Mercedes – mit insgesamt zehn Teams und 24 Fahrern um den Titel. Zwischen den neun Rennwochenenden der Saison werden die Autos in den Werkstätten der Teams repariert. Für den Transport hat jedes Team seinen eigenen Fuhrparkanbieter, den „Official Truck Supplier“. Die Manager des Audi Sport Team ABT Sportsline arbeiten mit MAN zusammen. Vier silberne TGX 18.480 mit speziellen Rennsportaufliegern stehen sauber geparkt und auf Hochglanz poliert in der Halle und erwarten mit geöffneten Ladeklappen die Fracht. Es ist ein Dienstag Mitte Oktober, am Wochenende steht das Saisonfinale in Hockenheim an. Das Audi Sport Team ABT Sportsline hat noch alle Chancen. Besondere Anspannung? Riedmüller winkt ab. „Wir haben mit den Rennautos nur beim Verladen zu tun.“ Und sonst? „Verladen, Reiseplanung, Logistik und Organisation.“ Unterdessen hat sein zwölfköpfiges Team begonnen, mächtige Flight-Cases, kühlschrankgroße Metallkästen, in den offenen Auflieger zu schieben. Dann kommen die Reifenstapel, die Motorroller und E-Bikes für die Fahrer, Ersatzteile, Felgen, Werkzeug, Leitern, Kabeltrommeln, Besen. Alles in allem verschwinden an diesem Vormittag 70 Kubikmeter Ladung in jedem der Trucks.

Millimeterarbeit beim Verladen der Rennautos

Zum Schluss werden die Rennwagen verladen. Vier Mann rangieren den Audi vor die mächtige Hebebühne hinter dem Auflieger. Einer der Mechaniker sitzt am Steuer. Er lenkt und bremst, während die anderen vor- und zurückrangieren. Es sieht halsbrecherisch aus, wie der RS 5 mithilfe der starken Hydraulikanlage nach oben, quasi ins Obergeschoss des Anhängers, geliftet wird. Bei dieser Arbeit geht es um Millimeter. Die Fahrertüre ist ausgehängt, sonst wäre der Auflieger nicht breit genug. Oben angelangt, wird der Wagen in die Enge des Frachtraums geschoben und mit Spanngurten festgezurrt. Insgesamt viermal wiederholt sich das Schauspiel, dann sind die Audis von Miguel Molina, Nico Müller, Edoardo Mortara und Mike Rockenfeller in den Trucks und bereit für die Reise zur Rennstrecke.

Die Fahrerkabine, ein komfortabler Arbeitsplatz

Johannes Riedmüller – er ist auch einer der Fahrer der Trucks – hat sich in seinen TGX gesetzt und den Motor gestartet. Erstaunlich, dass die 480 PS starke Maschine in der Kabine kaum zu hören ist. Es ist überhaupt überraschend bequem, fast heimelig in der Kabine. Hinter dem Fahrer befindet sich eine komfortable Schlafliege, es sind ausreichend Stauraum und Leseleuchten für Fahrer und Beifahrer vorhanden. „Es gibt schlimmere Arbeitsplätze“, meint Riedmüller und lacht, bevor er sich mit seinem Truck auf den Weg macht. Knapp 300 Kilometer liegen zwischen dem Sitz von ABT Sportsline in Kempten und dem Ziel, der Rennstrecke im baden-württembergischen Hockenheim.

Auf der Zielgeraden

Über dem Hockenheim-Ring liegen an diesem Morgen Nebelschwaden. Auf einer großen Wiese nahe der Spitzkehre stehen die Lastwagen aller Teams, darunter die vier silbergrauen MAN-Trucks von ABT Sportsline. Punkt zehn Uhr beginnt die Arbeit. Die ersten Trucks fahren über die Zielgerade zur Ravenol-Kurve und biegen in die Boxengasse ab. Noch ist die Stimmung bei der Verlade-Crew gelöst, man flachst mit den Kollegen der anderen Teams. Dann geht es los. Johannes Riedmüller steht vor einer der beiden ABT-Boxen und erwartet den ersten Truck. Die Ladeklappen öffnen sich, und in Windeseile bringen die Männer Hardboxen, Reifenstapel, Felgen, Werkzeug und Ersatzteile an die vorgesehenen Stellen. Die Autos sind mit einer Persenning verhüllt. Kaum sind die Wagen von der Rampe des Trucks gerollt, werden sie in die Box geschoben. „Man will den anderen Teams so wenige Gelegenheiten wie möglich geben, die Besonderheiten des Wagens zu sehen“, erklärt Riedmüller. Es dauert keine drei Stunden, dann sind die Trucks leer und die Werkstatt in der Audi-Box bereit. Johannes Riedmüller kann durchatmen. Er hat mit seiner Crew das perfekte Setting für ein erfolgreiches Rennwochenende aufgebaut. „Gewinnen müssen nun die anderen“, sagt er und lacht.

Werkstatt von ABT Sportsline mit Audi RS 5 DTM

Blitzblank

In der Werkstatt des Allgäuer DTM-Teams ABT Motorsport stehen die Audi RS 5 DTM und ein Audi R8 LMS in Reih und Glied. Alles vom Boden bis zu den Rennwagen ist sauber poliert.

Vier TGX 18.480 in der ABT Sportsline-Halle

Bereit zum Beladen

Vom Firmensitz zur Rennstrecke werden die Autos in Lkw transportiert. Bei ABT verlässt man sich seit Jahren auf die bewährten Zugmaschinen von MAN. An diesem Rennwochenende kommen vier MAN TGX 18.480 mit speziellen Rennsportaufliegern zum Einsatz.

Audi RS 5 DTM in der Verladehalle von ABT Sportsline

Teamarbeit

Eine spezielle Herausforderung ist das Beladen der Trucks mit den teuren Rennautos. Die Boliden werden von vier Mitarbeitern bewegt: Zwei Mann schieben, der Lenker und Bremser sitzt auf dem Fahrersitz, und der vierte Mann weist die Crew ein.

Audi RS 5 DTM im Frachtraum eines TGX 18.480

Auf den Millimeter

Was dann folgt, ist Präzisionsarbeit und erfordert vom Mann an der Lenkung feinstes Fingerspitzengefühl. Die Audis passen in der Breite gerade noch in den Hänger.

Johannes Riedmüller im Führerhaus des MAN TGX 18.480

Fahrkomfort

Der Weg führt den Fuhrpark- und Logistikkoordinator Johannes Riedmüller an diesem Wochenende nach Hockenheim. „Es gibt definitiv unangenehmere Arbeitsplätze als den Fahrersitz im TGX“, sagt er schmunzelnd.

Zwei MAN TGX 18.480 am Hockenheimring

Warten auf das „Go“

Morgenstimmung am Hockenheimring: Auf einer großen Wiese stehen die Trucks und warten darauf, mit ihrer Ladung in die Boxengasse gefahren zu werden.

MAN TGX 18.480 auf der Zielgeraden in Hockenheim

Zielgerade

Vor Ort kommen die Trucks über die Start-/Zielgerade auf die Rennstrecke und biegen dann in die Boxengasse ab, wo sie vom Aufbauteam wieder entladen werden.

Zwei Mitarbeiter entladen Audi RS 5 DTM

Geheime Fracht

Das Ausladen der Fahrzeuge muss schnell über die Bühne gehen. Schließlich möchte sich keines der Teams von der Konkurrenz, die nebenan ihre Boxen ausstattet, in die Karten schauen lassen.

Teammitarbeiter schiebt Audi RS 5 DTM in die Box

Schutz vor fremden Augen

Aus diesem Grund ist es auch nötig, dass die Teams die Autos mit Persennings abdecken und so vor den neugierigen Blicken anderer Ingenieure schützen.

Bilder © Günther Bayerl

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