Technologie 

Ökologisch und ökonomisch - aus Alt mach Neu

Ein MAN-Tauschteil hat die Qualität eines Neuteils. Im Werk Nürnberg werden Altteile nach strengen Qualitätskriterien aufbereitet. „MAN Original Teile ecoline“ heißt das Projekt, das die Umwelt schont und Kosten spart.

Motoren-Montage im MAN-Werk Nürnberg

Die Kühlwasserpumpe mit der Nummer 51.06500 – 6089 befindet sich in einem bemitleidenswerten Zustand. Sie ist schmutzig, verkratzt, trägt Rostspuren. Bis vor Kurzem verrichtete sie ihren Dienst in einem MAN-Lkw, bis diesen nach mehr als zehn Jahren ein Kurbelwellenschaden ereilte. Endstation Schrottplatz? Früher vielleicht. Heute werden alle Teile, die noch funktionsfähig sind, instand gesetzt und für ein neues Leben präpariert. Technische Änderungen und Weiterentwicklungen werden im Aufbereitungsprozess, Remanufacturing genannt, berücksichtigt. Nach der Verjüngungskur wird die Kühlwasserpumpe 6089 wieder voll funktionsfähig in einem Tauschmotor sein.

Strenge Qualitätsvorgaben für die MAN-Tauschteile

Mitarbeiter bedient Waschanlage der Gebrauchtteile
Die sortierten Gebrauchtteile werden in einer Waschanlage gesäubert und von Schmutz und Öl befreit. Erst danach zeigt sich im Detail, welche Teile wieder aufbereitet werden können.

Der Ort, an dem die Kühlwasserpumpe auf ihr Remanufacturing wartet, ist eine Halle auf dem 350.000 Quadratmeter großen Firmengelände des Motorenkompetenzzentrums von MAN Truck & Bus in Nürnberg. Im Inneren der Halle werden die Teile gründlich gereinigt. Sie werden zuerst zerlegt, in einer Waschanlage gesäubert, sandgestrahlt, neu lackiert – und teils aussortiert. „Nach der Reinigung sieht man, was noch brauchbar ist“, erklärt Georg Kugler, Abteilungsleiter „Heißtests und Tauschaggregate“ bei MAN in Nürnberg. „Die Teile werden auf Verschleiß und Materialermüdung untersucht.“ Die Qualitätsvorgaben sind streng: Für die Tauschteile gelten dieselben Gewährleistungen wie für Neuteile.

Nach der Aufbereitung werden die Tauschteile gelagert oder dorthin geschickt, wo sie gebraucht werden. Alle aufbereiteten Teile, die man für Tauschmotoren benötigt, werden direkt vor Ort in den Motoren endmontiert. Wie in der Montagelinie für die Typen D20/D26: Im Zweischichtbetrieb fertigen 260 Mitarbeiter bis zu 22 Motoren in der Stunde. Hat ein Tauschmotor das Ende des Laufbands erreicht, muss er noch eine letzte Hürde nehmen – die Funktionsprüfung. Beim Heißtest läuft der Motor mit unterschiedlichen Belastungen eine gute halbe Stunde auf dem Prüfstand.

Stefan Ott
Für Stefan Ott, Projektleiter „MAN Originalteile ecoline“, sind die Vorteile der neuen Produktlinie klar: Ressourcen werden geschont, Energie gespart, der Emissionsausstoß gesenkt und Kunden bekommen gleiche Qualität und Gewährleistung zu einem niedrigeren Preis.

Top-Ten-Projekt „MAN Originalteile ecoline“

Für Stefan Ott, Projektleiter der neuen Produktlinie „MAN Originalteile ecoline“ bei MAN in München, hat die Zukunft vor drei Jahren begonnen, als das Geschäft mit Tauschteilen bei den Zielsetzungen des Konzerns zum Top-Ten-Projekt erklärt wurde. „Durch die Wiederverwendung und Aufbereitung von Altteilen werden Ressourcen geschont und Energie gespart“, sagt er. „Und weil weniger Neuteile produziert werden müssen, wird der Emissionsausstoß gesenkt.“ Das ist „ecological“, das Ökologische, das in ecoline steckt. ecoline unterstützt somit auch die MAN-Corporate-Responsibility-Strategie und leistet einen großen Beitrag zu Umweltschutz und nachhaltiger Mobilität. Im Fokus für diese Teile stehen Fahrzeuge, die vier Jahre oder älter sind – sie machen 70 bis 80 Prozent eines Fuhrparkbestands aus. Für die Kunden dieser älteren Fahrzeuge gibt es gute Argumente für das „alte Eisen“: Ein MAN-Tauschteil hat die Qualität eines Neuteils, es wird nach Originalteil-Spezifikationen aufbereitet, und MAN bietet hierfür dieselbe Gewährleistung. Zu einem Preis, der bis zu 50 Prozent unter dem eines Neuteils liegt. Weitere Vorteile des ecoline-Projekts: kürzere Standzeiten durch Austausch statt Reparatur und ein höherer Fahrzeugwert, durch den Einsatz von MAN-Originalteilen. ecoline bedeutet eben auch „economical“. Viele gute Gründe, warum sich die Kunden bewusst für „MAN Originalteile ecoline“ entscheiden.

Logistische Höchstleistung

„MAN Originalteile ecoline“ ist ein Großprojekt, das eine gigantische logistische Leistung erfordert. Der Gesamtumsatz von ecoline-Teilen betrug 2013 140 Millionen Euro. Durch die Einführung des Tauschteilprozesses in Deutschland im Juli 2014 wird es das Angebot in 17 europäischen Ländern geben. Der Rest der Top-50-Märkte weltweit soll kontinuierlich erschlossen werden.

„MAN Originalteile ecoline“ ist ein kleiner Teil des Gesamtportfolios der MAN-Originalteile, die alle nach strengen MAN-Qualitätsstandards gefertigt werden. Durchschnittlich sind in den MAN-Servicestützpunkten 8.000 Originalteile griffbereit – auch für ältere Modelle und spezielle Fahrzeuge. 95 Prozent aller Originalteile werden über Nacht an die Werkstatt geliefert.

Der Prozess der Aufbereitung

Gebrauchte Motoren vor der Aufbereitung

Wellness für Maschinen

Gebrauchte MAN-Motoren landen im Motorenkompetenzzentrum Nürnberg. Dort werden Altteile instand gesetzt. Nach der Verjüngungskur finden sie sich dann voll funktionsfähig in einem Tauschmotor wieder.

Georg Kugler

Der Aufbereitungsexperte

Georg Kugler leitet die Abteilung Heißtests und Tauschaggregate bei MAN in Nürnberg. 2013 bereiteten er und sein Team 780 Motoren sowie 11.325 weitere Tauschteile auf.

Mitarbeiter bei der Demontage eines Motors

Demontage eines Motors

Im ersten Schritt des Remanufacturing-Prozesses demontieren Mitarbeiter den Motor. Anschließend werden alle Teile, die noch funktionsfähig sind, für die Reinigung vorsortiert.

Gebrauchtteile

Die Guten ins Töpfchen...

Bei manchen Teilen zeigt sich der Verschleiß bereits vor der Grundreinigung. Wenn die Materialermüdung bereits auf den ersten Blick zu groß ist, werden die Teile aussortiert und kommen nicht in die Aufbereitung.

MAN-Mitarbeiter reinigt die Teile mit einem Sandstrahler

Dem Rost an den Kragen

Nach der Grundreinigung entfernt ein MAN-Mitarbeiter mit Hilfe eines Sandstrahlers die letzten Rostspuren. Danach glänzen die Teile wie neu und sind bereit für die Lackierung.

MAN-Mitarbeiter überprüft mit einer Sonde den Motor

Auf dem Untersuchungstisch

Mit einer Sonde überprüft ein MAN-Mitarbeiter alle Bereiche des gebrauchten Motors. Hier werden die schwer zugänglichen oder größeren Teile sorgfältig auf Verschleiß und Materialermüdung untersucht.

MAN-Mitarbeiter misst die Gebrauchtteile auf dem Prüfstand

Die Vermessung der Teile

Auf dem Prüfstand ermittelt ein MAN-Mitarbeiter die genauen Abmessungen bestimmter Gebrauchtteile. Alle aufbereiteten Teile, die man für Tauschmotoren benötigt, verbleiben im Werk Nürnberg, wo sie direkt in den Motoren endmontiert werden.

Mitarbeiter bei der Endmontage

Sorgfältige Prüfung

Die Qualitätsrichtlinien sind bei MAN in der Endmontage besonders streng. Durch die vorhergegangene intensive Aufbereitung entspricht die Qualität der aufbereiteten Teile der Qualität eines Neuteils.

Reihe von Tauschmotoren

Bereit für den Versand

Am Ende des Verjüngungsprozesses warten die Tauschmotoren im MAN-Werk Nürnberg auf den Versand zu ihrem nächsten Einsatzort. Sie haben dieselbe Gewährleistung wie ein neuer Motor, kosten jedoch viel weniger.

Bilder © Vuk Latinovic

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