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Schwere Jungs

Der Holztransport gilt als besonders anspruchsvolle Sparte des Lkw-Fahrens. Mit einem speziellen Training richtet sich MAN ProfiDrive® nun speziell an diese Branche. Auch eingefleischte Holzfahrer können dabei noch viel lernen, wie das Pilottraining zeigte. Die Teilnehmer waren begeistert.

Ein MAN-40-Tonner auf dem Offroad-Gelände von MAN ProfiDrive®
Auf dem Offroad-Gelände üben die Fahrer das Anfahren bei 20-prozentiger Steigung mit einem voll beladenen 40-Tonner – vorwärts und rückwärts.

Mit 50 Stundenkilometern hält Nikolaj Mann auf ein autoähnliches Hindernis zu, eine schwierige Aufgabe im Kopf: Der Lkw-Fahrer darf nicht bremsen. Das soll der Emergency Brake Assist (EBA II) von MAN für ihn übernehmen. Es klappt: Kurz vor dem Aufprall hält der Laster selbstständig an. Nikolaj Mann ist begeistert. „Das ist das Beste, was du erleben kannst“, sagt er. Die Übung mit dem Bremsassistenten ist Teil des Pilottrainings Holztransport bei MAN ProfiDrive®, zu dem zehn Fahrer mit ihren voll beladenen Sattelzügen auf die Teststrecke nach München gekommen sind.

Nikolaj Mann in seinem Fahrerhaus
Nikolaj Mann in seinem Fahrerhaus

„Das ist etwas ganz Spezielles, wirklich nur für diese Branche“, beschreibt Rolf Lechner, Teamleiter des Bereichs Training bei MAN ProfiDrive®, das neue Training. Es dreht sich vor allem um Fahrsicherheit, Nutzfahrzeugtechnik und Ladungssicherung. Die Holzfahrer müssen Lechner zufolge eine „sehr komplexe Technik“ beherrschen. Denn die Holzfahrer müssen alleine im Wald und bei jedem Wetter den Kran bedienen und damit die Ladung im unwegsamen Gelände aufladen, müssen also sicher im Umgang mit dem Kran sowie der Ladungssicherung sein. Daher geht es nicht nur um die neuesten Technologien bei MAN-Fahrzeugen. Zusätzlich informiert der Kundendienstleiter der Firma Palfinger Epsilon über Sicherheit beim Bedienen des Ladekrans, und ein Kollege von ExTe spricht über die Schemel, Rungen und Ladungssicherungssysteme seines Unternehmens.

Der Tag beginnt mit einem gut zweistündigen Theorieteil. Dann deutet Lechner hinaus auf die 128.000 Quadratmeter große Teststrecke. „Das ist heute unser Spielplatz“, kündigt er an. Bis zum Nachmittag soll jeder Teilnehmer an den vier Praxisstationen Offroad, Sicherheitstraining, Ladungssicherung und Ladekran sein Können erweitern. „Der hohe Praxisanteil an den Trainings zeichnet uns aus“, betont Lechner. Seit 35 Jahren und mit inzwischen 140 Trainern weltweit bildet MAN ProfiDrive® Fahrer, Fahrlehrer und Sachverständige weiter. „Wir haben im Schnitt etwa 7.000 Teilnehmer im Jahr“, rechnet Lechner vor.

Das branchenspezifische Training für Holztransport entstand in Zusammenarbeit mit UPM, einem von Europas größten Papierherstellern, für den zahlreiche Transportunternehmen unterwegs sind. „Wir wollten ein Training entwickeln, das es bislang in dieser Form noch nicht gibt und die Health-and-Safety-Bemühungen von UPM ideal unterstützt“, erläutert Andreas Meggendorfer, Senior Manager Logistics & Shared Services CEWS bei UPM, und verweist auf die Besonderheiten im Holzsektor: das Fahren im unwegsamen Gelände, die Orientierung auf Forstwegen, die Ladungssicherung und das Bedienen des Krans. „Da das alles im Wald stattfindet, ist der Betroffene auf sich gestellt. Und das Ganze passiert ja bei jedem Wetter draußen“, betont Meggendorfer. Die Fahrer bräuchten herausragendes Fahrkönnen.

Auch Nikolaj Mann kennt die Widrigkeiten seines Jobs zur Genüge. Seit 14 Jahren ist er Holzfahrer. „Einmal ist mir im Wald der Kran abgebrochen“, erzählt er. „Dann bin ich umgestürzt. Die ganze Seite war blau“, sagt Mann und deutet auf seinen Oberkörper. Nichtsdestotrotz ist das Holzfahren seine Passion. „Das war schon als Kind mein Traumjob.“ Mann lebt die ganze Woche über in seinem Brummi, fährt bis zu 3.000 Kilometer weit. Sein Führerhaus hat er fast zu einer Miniaturwohnung umfunktioniert: Aus der Liege wurde mit einem eleganten Vorhang eine Schlafhöhle, das Armaturenbrett mit den penibel aufgereihten Kugelschreibern dient als Büro, und in der Beifahrertür hängt ein gefaltetes Handtuch neben Badutensilien.

Auch einem Vollblut-Holzfahrer wie Mann kann Trainer Malte Meiners noch Grundlagen näherbringen, wie Lenken und Bremsen. „Ein wesentlicher Bestandteil ist das Bewusstmachen von eingeschliffenen Verhaltensmustern“, sagt er. Außerdem übt er den Umgang mit der aktuellen Fahrzeugtechnik. „Viele haben ihren Führerschein gemacht, als es noch kein ESP, keine Stoßdämpferregulierung oder ABS gab“, erläutert Meiners und ruft zur Vollbremsung bei 50 Stundenkilometern auf. Kommen die schweren Gliederzüge anfangs noch zaghaft zum Stehen, trauen sich die Fahrer mit jedem Übungsdurchgang mehr, richtig aufs Pedal zu treten. Am Ende liegt der Bremsweg bei nur 13 Metern. Die Fahrer staunen.

Nach dem Training fährt Nikolaj Mann mit einem Strahlen im Gesicht nach Hause. „Ich bin wirklich begeistert! Ich habe so viel Neues gehört und erlebt. Das war schon eine Überraschung“, lautet sein Fazit. Auch bei UPM gilt die Pilotveranstaltung als Erfolg. Meggendorfer hat durchweg positives Feedback von den Spediteuren bekommen. MAN sei für das Training der „ideale Partner bezüglich Kompetenz und Flächenabdeckung“, sagt er. Bald soll es auch an anderen Standorten angeboten werden.

Rolf Lechner bringt den Fahrern die Theorie näher.

Theorie vor Praxis

Rolf Lechner gibt den Fahrern Tipps und Infos im etwa zweistündigen Theorieteil, bevor es für den Rest des Tages auf die Teststrecke geht.

Lkw parken vor dem Trainingscenter.

Voll beladen

Damit das Training möglichst nah am Arbeitsalltag ist, gehen die Holzfahrer mit ihren eigenen, voll beladenen Gliederzügen auf die Strecke.

Ein MAN ProfiDrive®-Test-Lkw fährt auf ein Hindernis zu.

Kein Aufprall

Automatischer Stopp wenige Meter vor dem Crash: Die Testfahrt mit dem Emergency Brake Assist (EBA II) von MAN beeindruckt die Fahrer besonders.

MAN ProfiDrive®-Trainer gibt im Fahrerhaus Tipps.

Altbekanntes neu erlernt

Trainer Malte Meiners (r.) erklärt, was die MAN-Trucks inzwischen technologisch leisten, und übt mit den Fahrern etwa das Ausweichen bei einer Vollbremsung dank ABS.

Zwei Lkw auf der Teststrecke

Schnelle Erfolge

Mit jedem Übungsdurchgang trauen sich die Teilnehmer, ihren tonnenschweren Truck immer energischer zu stoppen, und verkürzen den Bremsweg schließlich auf 13 Meter.

Beladener Holztransporter in voller Fahrt

In voller Fahrt

Auf der Asphaltbahn rund um das Trainingsgelände rasen die Holzlaster auf einen Parcours mit Pylonen zu. Die Fahrer sind geübt: Die meisten Hütchen bleiben stehen.

MAN ProfiDrive®-Trainer vor beladenem Holztransport

Richtig gesichert

Wichtiger Bestandteil des Holztransport-Trainings ist auch das Thema Ladungssicherung, etwa mit Franz Schnitzbauer.

MAN ProfiDrive®-Lkw in der Steigung

Anfahren am Berg

Nicht alle Fahrer schaffen es auf Anhieb, den voll beladenen 40-Tonner auf dem steinigen Hügel anzufahren. MAN HydroDrive® hilft zuverlässig.

Benedikt Fuchs im Gespräch mit MAN ProfiDrive®-Trainer

Zufriedene Teilnehmer

Benedikt Fuchs (r.) ist seit 35 Jahren im Holzgeschäft. Dennoch schwärmt der Allgäuer vom Lerneffekt des Trainings, etwa bei Fahrsicherheit, Ökonomie und Technik.

MAN ProfiDrive®-Truck auf dem Offroad-Gelände

Viel Raum zum Lernen

Rund 128.000 Quadratmeter misst die Teststrecke in München. Der hohe Praxisanteil an den Trainings zeichnet MAN ProfiDrive® aus. Pro Jahr nehmen rund 7.000 Fahrer, Fahrlehrer und Sachverständige an den Kursen teil.

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